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Dienstag, 2. Mai 2017

Briten kaufen Breitling

Eine prominente Schweizer Marke wechselt die Hand: Der britische Investor CVC sichert sich die Mehrheit am Uhrenhersteller Breitling.

 

Der britische Finanzinvestor und ehemalige Sunrise-Besitzer CVC schnappt sich den bisher eigenständigen Uhrenhersteller Breitling aus Grenchen SO. CVC übernimmt einen Anteil von 80 Prozent.

Die bisherige Besitzerfamilie um Théodore Schneider bleibt mit 20 Prozent beteiligt, wie CVC am Freitag mitteilte. Schneider gibt sich in der Mitteilung überzeugt, «dass CVC der richtige Partner ist, um Breitling auf eine neue Entwicklungsstufe zu heben.»

Wachstum in neuen Regionen
CVC wiederum sieht «signifikantes Wachstumspotential für Breitling, sowohl in bestehenden als auch in neuen Regionen», lässt sich Alexander Dibelius, Deutschland-Chef von CVC zitieren. Wachsen soll Breitling demnach in bestehenden als auch neuen Regionen. Dabei will CVC die Digitalisierung der Marketing- und Vertriebskanäle vorantreiben.

Zu weiteren finanziellen Details haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Den Abschluss der Transaktion erwarten CVC wie Théodore Schneider für Ende Juni 2017. Breitling wurde 1884 von Léon Breitling in Saint-Imier im Berner Jura gegründet. Später folgte ein Umzug nach La Chaux-de-Fonds NE, bevor der Sitz später nach Grenchen SO verlegt wurde. In La Chaux-de-Fonds wird aber auch heute noch gefertigt.

CVC in der Schweiz kein Neuling
1979 kaufte der Pilot Ernest Schneider die Marke. Breitling ist historisch stark mit der Luftfahrt verbunden und bezeichnet sich als offiziellen Lieferanten der Luftfahrt. Gerüchte über einen Verkauf der Aviatik-Chronographenmarke tauchten bereits im November des letzten Jahres auf.

Die britische CVC ist in der Schweiz kein Neuling. 2010 hatte der Investor den Telekomanbieter Sunrise übernommen. 2015 ging dieser dann an die Börse. CVC ist zudem an der deutschen Parfümeriekette Douglas beteiligt. Zudem war der Finanzinvestor jahrelang Hauptgesellschafter der Formel 1.

Quelle: http://www.20min.ch/finance/news/story/Briten-kaufen-Breitling-28504662

Bild: Keystone/Zsolt Szigetvary/EPA


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Warnemünde

Ortsteil von Rostock

Das Ostseebad Warnemünde (niederdeutsch Warnemünn), offiziell Seebad Warnemünde, ist ein Stadtteil im Norden der Hansestadt Rostock in Mecklenburg-Vorpommern.

Warnemünde
Stadt Rostock
Koordinaten: 54° 10′ 31″ N, 12° 5′ 18″ O
Höhe: 2 m ü. NN
Fläche: 5,9 km²
Einwohner: 6670 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte: 1.131 Einwohner/km²
Eingemeindung: 11. März 1323
Postleitzahl: 18119
Vorwahl: 0381
BiestowBrinckmansdorfDiedrichshagenDierkow-NeuDierkow-OstDierkow-WestEvershagenGartenstadt/StadtweideGehlsdorfGroß KleinHansaviertelHinrichsdorfHinrichshagenHohe DüneJürgeshofKröpeliner-Tor-VorstadtKrummendorfLichtenhagenLütten KleinMarkgrafenheideNienhagenPeezReutershagenSchmarlStadtmitteStuthofSüdstadtToitenwinkelTorfbrückeSeebad WarnemündeWiethagen Karte
Über dieses Bild
Lage von Warnemünde in Rostock
Bild von Warnemünde

Die Warnow mündet hier in die Ostsee und gab Warnemünde seinen Namen, es wurde 1195 erstmals in dänischen Urkunden erwähnt. Seit 1323 gehört es zu Rostock. Für Jahrhunderte war Warnemünde vor allem ein kleiner Hafen- und Fischerort, bis um 1821 der touristische Badebetrieb begann. Mit seinem bis zu 150 Meter breiten Sandstrand verfügt das Seeheilbad über den breitesten Sandstrand der deutschen Ostseeküste.

Warnemünde ist Deutschlands bedeutendster Kreuzfahrthafen. Jeden Sommer finden im Stadtteil die Warnemünder Woche und die Hanse Sail statt. Beide Ereignisse ziehen jeweils etwa eine Million Touristen nach Warnemünde.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Hauptartikel: Geschichte Rostocks
 
Geografische Veränderungen um Warnemünde (Nach Krause)[1]
 
Zustand Warnemündes und des Breitlings im Vergleich zum Ende des 19. Jahrhunderts
 
Warnemünde im Jahr 1830
 
„Vörreeg“ (Vorderreihe): Haus am Alten Strom
 
„Achterreeg“ (Hinterreihe): Häuser in der Alexandrinenstraße
 
Kurhaus Warnemünde
 
Autofähre Breitling zwischen Warnemünde und Hohe Düne
 
Hafeneinfahrt bei Nacht
 
Der Alte Strom
 
Blick auf den Alten Strom in der Abenddämmerung

Es gab in der Geschichte nicht nur das Warnemünde westlich des Alten Stroms. Dieses war auch nicht der ursprüngliche Rostocker Hafen der Stadt, denn dieser befand sich weiter östlich. Die genaue Position ist nicht bekannt. Die Rostocker erhielten bereits am 12. Oktober 1264 das städtische Recht darüber, Jahrzehnte vor der Eingemeindung des fürstlichen Warnemündes im Westen.[2]

Die Stadt Rostock erwarb am 11. März 1323 das um 1200 entstandene Dorf Warnemünde, um den Zugang zum Meer zu sichern. Bis ins 20. Jahrhundert war dieses Küstendorf an der Warnowmündung eine Exklave von Rostock und noch bis in das 18./19. Jahrhundert ein recht armes Fischerdorf, das von dem Reichtum der Hansestadt wenig profitierte. Allerdings wird die Bedeutung Warnemündes als wichtiger Handelspunkt im Norden im Folgenden deutlich: Im Jahre 1288 sorgte die Stadt Rostock für die Instandhaltung des Warnemünder Hafens, indem sie einen Vertrag mit dem Patrizier Rötger Horn schloss. Dieser verpflichtete sich, die Hafeneinfahrt über fünf Jahre hinweg auf einer Tiefe von 12 Fuß zu halten. Im Gegenzug bewilligte ihm die Stadt hunderttausend Ziegelsteine und versprach, ihn für seine Arbeit mit 400 Mk. Silber oder 1.350 Mk. Pfennige zu entlohnen.

Nach dem Bebauungsstil der Häuser am alten Warnemünder Strom waren die ersten Bewohner nach den Slawen die Friesen und die Niedersachsen, die sich etwa ab 1100 hier fest ansiedelten und das Dorf Warnemünde gründeten. Die Bebauungsanlage und die Art der Häuser südlich der Bahnhofsbrücke haben sich bis heute erhalten.

Die Bebauung beschränkte sich bis ins 19. Jahrhundert auf die Straßen Vöörreeg (plattdeutsch: Vorderreihe, heute Am Strom) und Achterreeg (plattdeutsch: Hinterreihe, heute Alexandrinenstraße), die beide parallel zum (Alten) Strom, dem damaligen Abfluss der Warnow in die Ostsee, liegen. Die Vogtei wurde im Jahre 1605 erbaut und ist eines der ältesten Gebäude in Warnemünde. Im 19. Jahrhundert gewann Warnemünde Bedeutung als Seebad (erstmals erwähnt 1821) und wuchs beträchtlich. So gab es 1834 bei 1.500 Einwohnern bereits 1.000 Badegäste. Ab 1889 brachte Warnemünde eine eigene Zeitung heraus.

Am 26. Juni 1886 wurden die Eisenbahnverbindung nach Rostock und Berlin und die Postdampferverbindung nach Gedser in Dänemark, zunächst mit den Raddampfern Kaiser Wilhelm und König Christian eröffnet. 1903 eröffneten der neue Bahnhof jenseits des Alten Stroms und die Eisenbahnfähre Warnemünde–Gedser, die ab 1926 auch Autos beförderte. Seit 1971 steht direkt am Ostseestrand das Hotel Neptun.

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

1897 erhielt Warnemünde seinen 37 Meter hohen Leuchtturm, der auch heute noch als Seezeichen genutzt wird. Zwischen April und Oktober können Touristen den Leuchtturm besichtigen und von beiden Aussichtsplattformen auf Warnemünde und den Breitling blicken.

Der Teepott Warnemünde von 1965 liegt neben dem Leuchtturm. Der Teepott, entworfen von Architekt Ulrich Müther, fällt durch sein muschelförmiges Betondach auf. Nach zehnjährigem Leerstand wurde er 2002 renoviert und beherbergt heute mehrere Restaurants.

Die Kirche Warnemünde wurde von 1866 bis 1871 im neugotischen Stil am damals westlichen Ortsrand errichtet, weil die alte, gotische Kirche zu klein und baufällig geworden war. Die Vorgängerkirche stand in der Nähe der Vogtei. Einige Ausstattungsstücke, wie der bemerkenswerte gotische Schnitzaltar, eine Christophorusfigur und die Kanzel wurden in die neue Kirche übernommen. Interessant sind eine Ausstellung über ehemalige Warnemünder Hausmarken und zwei Votivschiffe.

Am Alten Strom, dem ehemaligen Mündungsarm der Warnow, befinden sich ein Fischereihafen, das Hotel „Am Alten Strom“, Restaurants, Cafés und Boutiquen. Über die drehbare Bahnhofsbrücke gelangt man vom Ortskern mit seinen alten, schmalen Gassen und der Kirche zur Bahnhofshalbinsel mit dem Bahnhof Warnemünde und der Mittelmole mit dem Fischmarkt. Auf der anderen Seite der Bahnhofshalbinsel, am Neuen Strom/Seekanal, der heutigen Rostocker Hafeneinfahrt und Mündung der Unterwarnow zwischen Ostsee und Breitling, wurde 2005 ein Passagierterminal für Kreuzfahrtschiffe eröffnet. Seit September 2005 wurde auch das rechte Ufer des Seekanals bei Hohe Düne mit einem modernen Yachthafen und einem ausgedehnten Hotelkomplex aufgewertet. Dorthin verkehren zwei gegenläufig arbeitende Autofähren.

Das Kurhaus Warnemünde an der Strandpromenade ist ein Restaurant- und Cafégebäude, das 1928 im Stil des Neuen Bauens gebaut wurde.

Die Spielbank Warnemünde war von 1998 bis zur Schließung im August 2013 im Kurhaus Warnemünde untergebracht.

In der Lesehalle, westlich vom Kurpark, befindet sich eine Zweigstelle der Rostocker Stadtbibliothek.

Das Heimatmuseum ist in einem 1767 erbauten Fischerhaus untergebracht. Es bietet auf einer Fläche von etwa 220 m² Exponate und Informationen über die Geschichte der Fischerei und Seefahrt, über das Lotsenwesen und die Seenotrettung, sowie über die Entwicklung zum Badeort.

Das Hotel Neptun ist ein an der Strandpromenade gelegenes Hotel, das 1971 erbaut und in den 1990er Jahren modernisiert wurde.

Die Molenfeuer Warnemünde sind zwei kleine Leuchttürme auf der Warnemünder Westmole (grün) und Ostmole (rot).

DenkmaleBearbeiten

Siehe dazu die Liste der Baudenkmale in Rostock und die Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Rostock.

Grün- und ParkanlagenBearbeiten

Die Seepromenade beginnt am Am Teepott. Sie verläuft direkt hinter den Dünen und wird auf zwei Kilometern zum Planetenwanderweg. Entlang des Lehrpfads haben Mitarbeiter der Sternwarte Rostock astronomische Schautafeln aufgestellt, die beginnend mit dem Zentralstern Sonne über alle Planeten unseres Sonnensystems im richtigen Maßstab zueinander informieren. Sowohl vom Lehrpfad als auch von der Seepromenade kann der Strand von Warnemünde über Strandaufgänge betreten werden. Der Strand ist über drei Kilometer lang, steinfrei und wird in Richtung Steilküste Stoltera immer schmaler.

Der Kurpark liegt zwischen Seepromenade und dem Warnemünder Ortskern. Er wurde 1910 angelegt. Am Kurpark grenzt der Kurhausgarten mit seiner Freilichtbühne, auf der im Sommer regelmäßig Konzerte stattfinden.

MusikBearbeiten

In Warnemünde sind viele Musiker und Gruppen zu Hause, die kulturelle Höhepunkte mitgestalten, wie der Shantychor De Klaashahns, die Folkgruppe De Plattfööt, TonArt, Irish Coffee und Heide Mundo.

VeranstaltungenBearbeiten

  • Die Warnemünder Woche ist eine internationale Segelveranstaltung.
  • Die Hanse Sail findet jährlich im Rostocker Stadthafen und in sowie vor Warnemünde statt.
 
Seepromenade, im Hintergrund Hotel Neptun
 
Teepott und Leuchtturm, Wahrzeichen von Warnemünde
 
„Lotsenehrung“ (Stephan-Jantzen-Denkmal) auf dem Warnemünder Leuchtturmplatz

Bildung und ForschungBearbeiten

Die Grundschule Heinrich Heine steht in der Nähe der Seepromenade.

Die ecolea | Internationale Schule ist ein Gymnasium in freier Trägerschaft. Sie hat ihren Sitz in der Fritz-Reuter-Straße, der ehemaligen Realschule.

Die ecolea | Private Berufliche Schule ist eine staatlich anerkannte Höhere Berufsfachschule, an der die Ausbildungen zum Physiotherapeuten, zum Rettungsassistenten, zum Masseur oder Medizinischen Bademeister, zum Sozialassistenten und zum Erzieher absolviert werden können.

Die Hochschule Wismar unterhält in Warnemünde ihren Bereich "Seefahrt" mit dem Maritimen Simulationszentrum Warnemünde.

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung, die sich der interdisziplinären Meeresforschung in Küsten- und Randmeeren widmet. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der Erforschung des Ökosystems der Ostsee. In den vier Sektionen des IOW werden Forschungen zur Physikalischen Ozeanographie, Meereschemie, Biologischen Meereskunde und Marinen Geologie durchgeführt. An den Universitäten Rostock und Greifswald ist das IOW mit eigenen Lehrveranstaltungen vertreten.

Die Fakultät für Informatik und Elektrotechnik der Universität Rostock hat ein Institut in Warnemünde eingerichtet.

SportBearbeiten

Aufgrund der geringen Strömung und der guten Windverhältnisse eignet sich das Segelrevier vor Warnemünde für Kitesurfen, Wellenreiten, Windsurfen, Tauchen und Schwimmen. Aber auch am Strand kann sportlichen Aktivitäten wie Drachensteigen, Nordic Walking, Beachvolleyball und Ultimate nachgegangen werden. In einigen Sportarten finden internationale Wettbewerbe in Warnemünde statt.

In Warnemünde sind drei Segelvereine ansässig, der Warnemünder Segelclub (WSC), der Akademische Segelverein Warnemünde (ASVW) und der Kuttersegelclub Warnemünde (KSC), die unter anderem junge Segeltalente fördern und bei der Organisation der Warnemünder Woche maßgeblich beteiligt sind.

Der Sportverein Warnemünde wurde 1990 gegründet. Im Volleyball spielen die Herren in der 2. Bundesliga und die Frauen in der Regionalliga. Im Handball wird gespielt mit fünf Männer-, zwei Frauenteams sowie über Jugendmannschaften von den Minis bis zur A-Jugend. Einmal jährlich findet Warnemünde Cup mit Mannschaften aus ganz Deutschland statt. Die Fußballabteilung wurde 1999 in den SV Warnemünde Fußball ausgelagert; er spielt in der Landesklasse Mecklenburg-Vorpommern.

Bei der Hochschulsportgemeinschaft Warnemünde von 1971 mit zehn Sportabteilungen dominiert die Wasserball-Sparte. Sie ist heute in Lütten Klein ansässig.

Zu den jährlichen Höhepunkten am Strand von Warnemünde zählt das Frisbee-Turnier Sun of the Beach.

300 Sportler aus 15 Nationen nehmen seit Mitte der 1990er Jahre jährlich am DLRG Cup teil, einem internationalen Freigewässer-Rettungsschwimmwettkampf.[3] 2008 wurde die Weltmeisterschaft im Rettungsschwimmen in Warnemünde durchgeführt.[4]

Der Warnemünder Strand wird auch jährlich zu Beachvolleyballturnieren genutzt, wie zum Beispiel den zwei AnBagger Cups und bei der Ermittlung der Landesrangliste von Mecklenburg-Vorpommern.

KirchenBearbeiten

In Warnemünde gibt es drei christliche Gemeinden,

  • die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde mit der neugotischen Kirche Warnemünde von 1871 im Ortszentrum,
  • die Katholische Kirchengemeinde Maria Meeresstern,
  • die Neuapostolische Kirche.

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

 
Werftarbeiten an einem Containerschiff

WirtschaftBearbeiten

Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig in Warnemünde. Auch die Fischerei war und ist prägend für den Ort. Seit 1946 gibt es die Warnowwerft, die ab 1960 größter Schiffbaubetrieb der DDR war. 1990 wurde die Warnow-Werft Warnemünde GmbH gegründet, die nach der Übernahme durch den Kværner-Konzern unter dem Namen Kværner Warnow Werft Rostock GmbH firmierte. In den 1990er Jahren wurde die Werft umfassend erneuert und große Teile der Produktionsanlagen neu gebaut. Nach verschiedenen Firmenübernahmen und einem Insolvenzantrag im Juni 2009 gibt es seit August 2009 einen neuen Eigentümer, die Nordic Yards.

KreuzfahrtBearbeiten

Die Ankünfte von Kreuzfahrtschiffen sind ein wichtiger wirtschaftlicher und touristischer Faktor. 1990 waren erst drei Ankünfte in Warnemünde zu verzeichnen, für 2012 wurde mit 181 Ankünften und 300.000 Passagieren (Einfachzählung) von 40 verschiedenen Kreuzfahrtschiffen sowie 24 internationalen Reedereien ein deutscher Rekord erreicht. Rostock-Warnemünde ist damit der größte Kreuzfahrthafen Deutschlands. 2013 wurde der Rekord mit 198 noch einmal übertroffen.[5] Für die Saison 2014 und 2015 hat die Hafenentwicklungsgesellschaft jeweils 182 und für 2016 insgesamt 181 Buchungen für Kreuzfahrtanläufe verzeichnet,[6] im Jahr 2016 wurden zudem 766.000 Passagiere in Warnemünde abgefertigt.[7]

 
AIDAmar beim Auslauf aus Warnemünde 2015

Am 1. Mai 2005 wurde ein neues Cruise Center bzw. Kreuzfahrtterminal eröffnet, um die Passagiere besser abfertigen zu können. Viele Passagiere der anlegenden Schiffe unternehmen Tagestouren nach Hamburg, Rostock oder Berlin. Zahlreiche Kreuzfahrtunternehmen, wie die Norwegian Cruise Line, Princess Cruises, Costa Crociere und MSC Kreuzfahrten (seit 2014) nutzen Warnemünde für einen Teilpassagierwechsel, die weltmarktführende Carnival Corporation & plc mit ihrer Marke AIDA Cruises sogar als Basishafen mit Vollpassagierwechsel für Nordlandkreuzfahrten in der Sommersaison.

Luft- und RaumfahrtBearbeiten

Rostock-Warnemünde hat eine bedeutende Geschichte als Standort der Luft- und Raumfahrtindustrie und war zu Vorkriegszeiten eine der innovativsten Produktionsstätten weltweit. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 konnte sich die Branche wieder etablieren.[8] Mehrere Airbus-Zulieferer mit insgesamt rund tausend Mitarbeitern[9] haben sich rund um Warnemünde angesiedelt, wie die RST Rostock-System-Technik GmbH, die sich am 2007 eröffneten Zentrum für Luft- und Raumfahrt des Technologieparks Warnemünde[10] befindet. Dort wird gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auch an der Entwicklung der europäischen Satellitennavigation Galileo gearbeitet, mit dem Projekt „Sea Gate“ für Schiffssteuerung.[11][12]

Historisch entstand in Warnemünde mit den Ernst Heinkel Flugzeugwerken im Jahr 1922 einer der größten Flugzeugbauer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Heinkel He 178 war das weltweit erste Düsenflugzeug[13] und hatte ihren Jungfernflug am 27. August 1939 über Rostock-Marienehe. Seit 1921 gab es in Warnemünde zudem die Arado Flugzeugwerke. Ebenfalls zunächst in Warnemünde und ab 1934 in Ribnitz war der Walther-Bachmann-Flugzeugbau ansässig.

Für die Aufrüstungspolitik ab 1933 wurden die meisten Firmen enteignet bzw. mussten auf Militärfertigung umstellen. Spätestens zu DDR-Zeiten wurden ab 1961 praktisch alle Unternehmen der Branche enteignet und z. B. auf landwirtschaftliche Produktion umgerüstet, oder vollständig liquidiert.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof Warnemünde
 
Yachthafen Hohe Düne, dahinter der Neue Strom/ Seekanal und der Alte Strom
Bahn

Der Bahnhof Warnemünde ist seit 1974 der Endpunkt der S-Bahn Rostock.

Bus

Die Buslinien 36, 37 und F1 der Rostocker Straßenbahn AG erschließen den Ortsteil.

Straße

Warnemünde wird durch den Zubringer der Bundesstraße 103 über die Auffahrt 14 - Rostock-West - mit der Bundesautobahn 20 und den benachbarten Ortsteilen verbunden.

Die Bahnhofsbrücke Warnemünde, eine Drehbrücke von 1903 über die Warnow, verbindet als Fußgängerbrücke über den Alten Strom hinweg den Warnemünder Bahnhof auf der Mittelmole und den westlich gelegenen Ortskern.

Fahrrad

Warnemünde ist an den Ostseeküsten-Radweg angeschlossen,[14] welcher als eine der europäischen EuroVelo-Routen die Ostsee umrundet.[15]

Schiff

Das Cruise Center Warnemünde wurde 2005 eröffnet. 2013 verzeichnete es rund 200 Kreuzfahrtankünfte.

Die Geschäftsstelle der Lotsenbrüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund befindet sich in Warnemünde.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und TöchterBearbeiten

  • Stephan Jantzen (1827–1913), Seemann, Lotsenkommandeur und Seenotretter
  • Fritz Neumann (1854–1934), Romanist
  • Paul Lindemann (1871–1924), dritter Oberbürgermeister von Kiel
  • Hans Seehase (1887–1974), Ingenieur und Erfinder
  • Hedwig Anke (1902–1983), Fischfrau, auf deren Wirken die Symbolfigur Min Herzing zurückgeht
  • Werner Schmidt-Boelcke (1903–1985), Komponist und Kapellmeister
  • Walter Kröger (1912–1991), Flugzeugingenieur und Luftfahrtpionier
  • Karl Heinz Robrahn (1913–1987), Lyriker
  • Albrecht Hennings (* 1920), Filmarchitekt
  • Maria-Viktoria Hasse (1921–2014), Mathematikerin
  • Horst Köbbert (1928–2014), Entertainer, Sänger und Fernsehmoderator
  • Hartwig Eschenburg (* 1934), Kirchenmusiker
  • Norbert Werbs (* 1940), Theologe und Weihbischof
  • Vera Schneidenbach (* 1941), Sängerin
  • Horst D. Schulz (* 1942), Geochemiker und Hydrogeologe
  • Michael Mücke (* 1953), Volleyball-Trainer
  • Kirsten Emmelmann (* 1961), Leichtathletin und Olympiamedaillengewinnerin
  • Michael Niekammer (* 1961), Sänger, Schauspieler, Textautor und Künstlermanager
  • Simone Tippach-Schneider (* 1962), Publizistin und Ausstellungsmacherin
  • Nils Busch-Petersen (* 1963), Politiker und Jurist
  • Matthias Hahn (* 1965), Handballspieler
  • Jörg Benedict (* 1966), Rechtswissenschaftler
  • Wilfried Eisenberg (* 1968), Manager
  • Jörn Lenz (* 1969), Fußballspieler

Persönlichkeiten, die vor Ort wirken oder gewirkt habenBearbeiten

  • Friedrich Flügge (1817–1898), Großherzoglich-mecklenburgischer Oberpostamtsdirektor, hatte großen Anteil an der Errichtung der Fährverbindung Warnemünde-Gedser
  • Edvard Munch (1863–1944), norwegischer Maler und Grafiker, arbeitete zeitweise in Warnemünde
  • Gustav Wilhelm Berringer (1880–1953), Architekt, Erbauer des Kurhauses
  • Walter Butzek (1886–1965), Architekt, war am Bau des Kurhauses beteiligt
  • Ernst Heinkel (1888–1958), Flugzeugkonstrukteur und Industrieller
  • Karl Eschenburg (1900–1947), Fotograf
  • Gotthilf Hempel (* 1929), Meeresbiologe, war von 1992 bis 1994 Direktor des Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde
  • Ulrich Müther (1934–2007), Bauingenieur und Bauunternehmer, Erbauer des Teepotts
  • Klaus Lass (* 1950), Musiker und Sänger
  • Mathias Rieck (* 1979), Sportler

KlimatabelleBearbeiten

Warnemünde
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
46
 
2
-2
 
 
31
 
3
-1
 
 
40
 
6
1
 
 
42
 
10
4
 
 
47
 
16
8
 
 
59
 
19
12
 
 
71
 
21
14
 
 
59
 
21
14
 
 
54
 
18
11
 
 
42
 
13
7
 
 
52
 
8
3
 
 
48
 
4
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Warnemünde
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,2 2,9 6,1 10,0 15,6 18,9 20,5 20,7 17,5 12,9 7,5 3,9 Ø 11,6
Min. Temperatur (°C) −1,9 −1,4 0,7 3,6 8,0 11,8 13,7 13,5 11,0 7,3 3,2 −0,1 Ø 5,8
Niederschlag (mm) 46 31 40 42 47 59 71 59 54 42 52 48 Σ 591
Sonnenstunden (h/d) 1,2 2,1 3,5 5,6 7,9 8,0 7,5 7,3 5,1 3,4 1,7 1,2 Ø 4,6


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